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Honeckers unheimlicher Plan

HD, 45 Min.

Es ist ein unheimlicher Plan für den „Tag  X“: Mit einem speziellen Codewort an alle 211 MfS-Kreisdienststellen wird eine ungeheurere Maschinerie in Gang gesetzt. DDR-weit werden innerhalb von 24 Stunden über 2.900 Personen festgenommen und über 10.000 in vorbereitete Isolierungs­lager verschleppt. Weitere 72.000 Bürger werden verstärkt überwacht. Alles geschieht schlagartig, dennoch strikt konspirativ und von langer Hand geplant.

So sieht es die streng geheime „Direktive 1/67“ von Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, vor. Es ist ein perfider Plan, der im Auftrag der DDR-Regierung 1967 initiiert und bis November 1989 perfektioniert und ständig aktualisiert wird.

Ziel der Direktive ist es, einen Volksaufstand wie am 17. Juni 1953 schon im Keim zu ersticken. Der Plan soll deshalb im Falle von inneren Krisen in der DDR-Gesellschaft potenzielle Gegner des Staates sofort durch Verhaftung und Isolierung zum Schweigen bringen. Dafür erfasst die Staatssicherheit mehr als 86.000 DDR-Bürger im so genannten „Vorbeugekomplex“. Hier sammelt das MfS alle jene, die es als gefährlich betrachtet: Friedens- und Umweltaktivisten, Oppositionelle aus Kirchenkreisen, Künstler, Andersdenkende, Ausreiseantragsteller.

Aber dabei belässt es die Stasi nicht. Sie plant mit deutscher Gründlichkeit die Festnahmen und die  Bereitstellung von Isolierungslagern für über 10.000 Menschen samt Bewachung und Versorgung. Es ist eine logistische Meisterleistung. Dass dieses Vorgehen gegen die Gesetze der DDR, gegen Menschenrechte und gegen die von der DDR unterschriebene Schlussakte von Helsinki verstößt, stört in der SED- und MfS-Führung niemand.

Anhand von aufgefundenen Stasi-Dokumenten sowie von Zeitzeugenberichten rekonstruiert der Film dieses gewaltige Planspiel von unfassbarem Ausmaß und erschreckender Präzision. Und er geht der entscheidenden Frage nach,  warum dieser Plan in den heißen Tagen des Wendeherbstes 1989 nicht zur Anwendung kommt.

Diese Projekt entstand in Kooperation mit Scoopfilms, dem rbb und wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Drehzeit: 27.08.2017 bis 12.10.2017
Drehort: Berlin, Weimar, Erfurt, Dresden, Leipzig
Produktion: Scoopfilms / HerrmannFilm
Ton: Andreas Mohnke
Motion Design: Lukas von Bülow, Stephan Ecks, Julia Bajohr
Redaktion: Jens Stubenrauch
Produzent: Katharina Herrmann
Kamera: Till Vielrose
Schnitt: Mario Albrecht
Musik: Leonard Petersen
Autor: Katharina Herrmann
Regie: Konrad Herrmann
Sendung: 1.Oktober 2018 um 23:30 ARD
Auftraggeber: rbb / Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur

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